Kilwa Masoko - Im Camp
Kilwa Masoko - MarktstrasseZurück im Busch
01.07. - Ich bin wieder in Kilwas Masoko, wo ich vor mehr als einem Jahr zum ersten Mal für UPSL gearbeitet habe. Kilwa ist ein kleines Dorf am Ende einer Strasse. Sie haben hier ein Rollfeld für kleinere Flugzeuge und einen Anleger für gelegentlich ankommende Schiffe oder Dhows. Abgesehen von ein paar Lodges, die an den Sandstränden, die Kilwa umgeben, gelegen sind, ist jedoch nicht wirklich viel los. Ab und an kommen Touristen, um die Ruinen von Kilwa Kisuani, einer vorgelagerten Insel, zu besuchen oder Sportfischer, die den ganzen Tag angeln.
Mein Zelt im Camp06.07. - Ich bin jetzt seit 5 Tagen im Camp und habe die letzten Tage damit verbracht eine Präsentation für den wichtigen Besuch zusammenzustellen. Ein potentieller Indischer Kunde kommt und soll einen Eindruck von der Arbeit bekommen. Immerhin hatte ich was zu tun. Die anderen Jungens hier fristen den halben Tag mit Arbeit und den anderen damit Bier zu trinken. Ich habe mich da ausgeklinkt und gehe stattdessen "walken". Soweit ist es jetzt schon gekommen! Nun habe ich nicht nur einen Kreuzbandriss, sondern auch noch Blasen an den Füßen; mein Knie ist mal dicker, mal dünner, mein Rücken schmerzt, da mein Bett nicht wirklich der Ergonomie einer Wirbelsäule entspricht. Ich werde es heute tauschen!
... und so sieht es im Zelt ausUPSL ist einfach köstlich: sie wissen immer noch nicht, ob sie den Vertrag über die Messung auf Madagaskar bekommen haben oder nicht. Allerdings soll in ca 10 Tagen das Boot hier ablegen, danach wird es wettermäßig ungünstig. Vielleicht wird aber auch alles in letzter Minute noch abgesagt!
Ich habe mal nachgeschaut, was denn das Auswärtige Amt über Madagaskar weißt und mußte feststellen, dass es zwar keine giftigen Schlangen gibt, dafür aber jede Menge anderes unangenehmes Insektenzeugs. Davon ab haben sie regelmäßig Pestausbrüche, Cholera und andere Krankheiten, die nicht wirklich lebensverlängernd wirken! Ich bin schon froh wenn ich dieses Mal von Malaria verschont bleibe. Schon in der ersten Nacht bin ich total zerstochen worden. Da hat die Firma für 7000 US $ im Monat eine Villa in Dar es Salaam gemietet und keine Moskitonetze in den Schlafzimmern aufgehängt und das bei den unzähligen Moskitos, die der Kloake hinter dem Haus entflogen sind.
Der Sanitärblock10.05. -Die letzten drei Tage bin ich wieder Walken gewesen. Ich habe mich 10 km außerhalb von Kilwa auf der Strasse absetzen lassen und bin zurückgegangen. Mein Knie fühlt sich immer besser an, auch wenn es völlig instabil ist.
In der Nacht ging es in der Bar mal wieder hoch her. Die Musikanlage wurde auf laut gedreht und somit wahrscheinlich der Schlaf einiger Campbewohner erschwert. Nur gut, dass ich relativ weit von der Bar mein Zelt habe. Ich habe den Eindruck, es sei das Hauptinteresse einiger Kollegen den Tag im Rausch zu beenden. Das könnte mir ja egal sein, solange nicht meine Barrechnung immer mitsteigen würde, obwohl ich gar nicht dabei bin!
Workshops im CampDie „kleine Zyklon Saison“ hat begonnen. Letzte Nacht schüttete es wie aus Eimern. Zwar nur kurz aber recht heftig. Heute Morgen ist es bewölkt und es sieht nach mehr Regen aus. Ein Grund mehr nicht auf dem Seelenverkäufer mit nach Madagaskar zu fliegen.
UPSL hat nun die Zusage, dass der Vertrag am 16.07. unterschrieben wird. Das Boot wird aber nicht vorm 20.07. wieder zurück sein, also werde ich hier wohl noch zwei Wochen die Zeit totschlagen müssen.
kurz bevor der Scania abhob11.07. - Gestern Abend trafen die beiden Fallgewichte auf einem Lkw ein, so dass wir nun endlich mit den Tests beginnen können. Es stellt sich allerdings die Frage: Wie bekommt man ein 10 Tonnen Fallgewicht von einem Auflieger, wenn man weder Kran noch Rampe zur Verfügung hat? Man nimmt einen Anhänger, der an einem 10 Tonnen Scania angehängt ist und fährt es darauf, um dann den Trailor zu kippen und so hinunter fahren zu können. Leider habe ich vor Schreck nicht filmen können, wie der Scania die Bodenhaftung verlor! Ich hätte aber nicht gedacht, dass nicht mehr passierte.

